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Enniger

Enniger "Portrait eines freundlichen Dorfes"

Seit Ende des 12. Jahrhunderts wachte der Kirchturmhahn über die Schar seiner Küchlein; sein Gewand - sprich gotische Hallenkirche - wechselte er im Jahre 1863. Die älteste einwandfreie Datierung des Ortsnamens "ANIGERE" stammt aus dem Jahre 1226. Enniger ist eine Gründung des Archidiakonates St. Mauritz zu Münster, dem schon um 1000 der Gräftenhof des Hauses Enniger zugehörig war und auf dessen Grund auch die Kirche erbaut wurde. Mit dem Gut waren belehnt: Bertholdus de Anyngere, 1366 Johann von Walegarden, 1443 Henrik von Horstel, dessen Tochter heiratete einen von Voß aus Telgte. Mitte des 17. Jahrhunderts ehelichte ein Freiherr von Leutersam die letzte Erbin derer von Voß.

Der Name derer von Voß lebt in der Tradition des Ortes weiter, zum Enniger Traditionsmarkt gehört der Junker Voß ebenso wie der Kiepenkerl als Symbolfigur. Mit der Säkularisation wurde Haus Enniger staatliches Somänengut. Zu Haus Enniger gehörte auch die noch heute erhaltene Vossbachmühle. Als zweiter Adelssitz ist schon um 1000 das Geschlecht derer von Monike zu nennen. Die Lage des Standortes - wahrscheinlich am Hellbach - ist noch nicht einbandfrei zu bestimmen. Als 1448 der letzte männliche Spross starb, heiratete dessen Schwester Anna den Dietrich von dem Berge, der um 1500 HAUS NEUENGRABEN erbaute. Von Anna zu Berge stammte auch die erste Vikarie-Gründung aus dem Jahre 1527.

Besitzer von Haus Neuengraben

Weitere Besitzer von Haus Neuengraben waren Mitte des 17. Jahrhunderts Jobst Caspar von der Engelborg. Dieser verkaufte den belasteten Besitz an Graf von Galen in Dinklage. Der letzte adelige Besitzer Graf von Galen Lippborg verkaufte 1975 den Besitz mit rund 400 Morgen an den Fabrikanten Kaldewey in Ahlen, der aus unerklärlichen Gründen Haus Neuengraben mitsamt der alten Mühle abreißen ließ, obwohl die Gemeinde Enniger und er Heimatverein Interesse an einer Nutzung erkennen ließe.

Durch die Initiative der Ennigeraner wurde die Alte Mühle am Vossbach in der Nähe des Marienhospitals wieder aufgebaut und kann heute noch als Begegnungsstätte genutzt werden. Das im Jahre 1913 erbaute Krankenhaus, das jahrelang von der Heiligenstädter Schwestern geführt wurde, ist im Zuge der Auflösung kleinerer Krankenhäuser zu einer Anstalt für die Aufnahme psychisch Kranker umfunktioniert worden. Zu den bedeutendsten Schulzenhöfen von Enniger zählt der bereits um 1090 zum Kloster Freckenhorst gehörige Amtshof Schulze Balhorn.

Mit seiner z. T. nocherhaltenen Gräfte und dem alten Fachwerk - gestiftet 1679 - ist der Pfarrhof ein Schmuckstück im Weichbild des Dorfes und ein häufiges Ziel als Fremdenverkehrsattraktion. Die Rückämper Kapelle - 300 Jahre alt - hat für unser Gebiet im Vorspann der Aktuellen Stunde im Fernsehen geworben. Ein reges Vereinsleben hält die Traditionen dieses schmucken Dörfchens aufrecht. Herausragend hierbei der Heimatverein, der jährlich in der 2. Juliwoche den "Enniger Traditionsmarkt veranstaltet. Am 1. 1. 1975 wurde Enniger Stadtteil von Ennigerloh.

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